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dailysoap

oder: Vom Verständnis des Verstandenen

 

 

Heute (denn ich habe eine schlaflose Nacht hinter mir, die mir viel Zeit ließ, um mich einmal intensiv mit den abstrusesten Gedankengängen näher zu beschäftigen, die einem auch nur kommen können, wenn man abgeschottet von den engsten Freunden, die man eigentlich bisher mit seinen Überlegungen nerven konnte und die einem schrecklich fehlen, in einem fremden Land wohnt, dessen Einwohner man auch nach einem Monat noch nicht versteht) gehen wir der Frage nach, ob es wirklich einfacher ist, anzunehmen [annehmen: Synonym von sich aneignen, mutmaßen, akzeptieren, hinnehmen, auf sich nehmen] als zu verstehen und zu ändern.

Das heißt, im Prinzip bin ja lediglich ich diejenige, die sich mit diesem Forschungsobjekt auseinander setzen wird und ihr, meine Leserschaft, werdet entweder flüchtig über meine gesetzten, in Reih und Glied gebrachten, jedoch keineswegs geordneten Buchstaben hinwegfliehen, sie vielleicht zwischen Tür und Angel, während die Suppe auf dem Herd steht und die Uni-Unterlagen ein Klagelied schreien, überfliegen. Nur doch nicht lesen. Denn lesen, das bedeutet Aufnahme (sofern man sprachlich auch versteht was dort steht, deshalb habe ich mich gezwungen gesehen, für meine deutsche Leserschaft auf deren Ursprache zu schreiben, obwohl ich sehr wohl in der Lage wäre meinen Gedanken auch auf italienisch freien Lauf zu lassen! Nicht dass hier Unklarheiten entstehen. Grazie!). Ein Hineinversetzen in das Geschriebene, ein Leben der Worte. Und die eigentliche Unordnung wird plötzlich zu einem so klaren und wohldurchdachten Konstrukt voller farblicher Facetten, dass einem ganz schwindelig wird angesichts der vielen Komponenten, die sich langsam lösen, auftauchen und die vielfältigsten Dinge aufzeigen. Ich bin mir sicher, dass ebensolche Menschen, die Worte zu jonglieren wissen, die ein eigenes Arrangement aus dem Geschriebenen ziehen können, über meine Worte stolpern werden. Und allerspätestens an diesem Punkte verwundert sein werden: Was ist der Sinn dieses Geschwafels? [Geschwafel, das; ugs. leeres Geschwätz, oft ausufernd, ohne auf den Punkt (sofern es überhaupt einen gibt) zu kommen]

Im Grunde gibt es so einen Punkt allerdings gar nicht (haha, wenn das mal kein Statement ist!). Man setzt ihn mit dem Sinn des Geschrieben gleich und denkt, diese eine Komponente, dieser „Punkt“, löst die Verwirrung, die Spannung, die Tragödie, die romantische Schüchternheit, den Mordfall. Und doch benötigt es immer mehrerer Quintessenzen, um schließlich zum so genannten Durchblick zu gelangen. [Durchblick, der; -[e]s, -e: Ausblick zwischen od. durch etw. hindurch; Synonym von Durchsicht, Grips] Hauptbestandteil sollte dabei ein zumindest gewisses Maß an Intelligenz sein. Als Kopfnote und somit für den ersten Eindruck entscheidend, da intensiver und hervorstechender, sollte der Scharfsinn in den Vordergrund treten. Gepaart mit der Herznote unserer Komposition, der Ironie, ist eine erste grundlegende Fassungsaufgabe gegeben.

Herzlichen Glückwunsch.

Letztendlich ist es aber der Verstand, unsere Basisnote, die als einzige wirklich langhaftende und schwere Bestandteile enthält und somit nicht nur am längsten vorhält, sondern auch die anderen Komponenten beeinflusst und prägt. Diese Mixtur schließlich verhilft uns etwas beschränkten Individuen zum Durchdenken.

Doch ist dieser Begriff gleichzusetzen mit dem Vorgang des Verstehens? Und können wir anhand dieses Durchdenkens schon Handlungen vollziehen, die sich auf die Resultate des eben erwähnten Nachdenkens stützen? Und ist wirklich die Physik der Schwerkraft Schuld daran, dass wir immer den steilsten, weil schwersten Berg meiden? Und was macht eigentlich das italienische Leben mit mir, dass mir solche Gedanken in einer Freitagnacht mitten im November, der hier übrigens echt hübsch ist, kommen?

Ach ja, der Herbst ist hier wirklich eine Pracht, gestern bin ich singend und tanzenderweise durch den Park mitten durch eine aufgestobene Blätterwolke gerannt und mich meines Lebens gefreut. Aber das nur am Rand.

 

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2 Kommentare 18.11.07 20:13, kommentieren