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ich bin zurück

Nun bin ich schon seit 3 Tagen wieder in Italien, einem Land, das dem gewohnt deutschem Leben so ganz und gar widerspricht. Meine zwei Wochen "Heimaturlaub", wenn ich es denn selber mit mir vereinbaren kann, es so zu nennen, denn es waren weiß Gott alles andere als Ferien, haben mir aber doch vor Augen geführt, was ich an Deutschland so liebe und schätze. Dunkles Brot. Quark. Blonde Männer. Ohne Schleim-, Macho- und Casanova-Gehabe. Ich schätze, darüber war ich sowas von aus dem Häuschen, dass ich innerhalb einer Woche mehr neue Leute kennenlernte als in Monaten zuvor. Immer schön locker ran an den Mann In diesem Sinne möchte ich besonders meinem Lieblings-Bauern danken, der sich viel Zeit und Muße nahm, um mir endlich einmal klarzumachen, warum Milchprodukte preislich um 50% in die Höhe geschossen sind. Einfach mal geographisch denken. Ganz besonders wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot. Und wenn dann auch noch die Japaner anfangen mitzumischen... ohoho. Nebenbei erfuhr ich so auch noch (und jetzt aufgepasst all jene, die noch an die wahre, aufrichtige, ungespielte Liebe glauben!) dass mit so einigen Bauern in einer namentlich von mir hier nicht erwähnten Sendung (!!!) nur gespielt wurde.

Heißt im Klartext: Wer hier seine weibliche Schweinshaxe braten durfte, hatte noch lange kein Anrecht auf seine Kuh. Diese hatte er nun zwar gemolken, aber dummerweise das Glöckchen zu Zwecken der Jagdreviermarkierung vergessen. Blöd. Fragt sich nur für wen.

Mir scheint, es ist immer gut, Kontakte ins entfernte Universum der Agrarwissenschaftler zu hegen, denn man kann nicht nur ne Menge von ihnen lernen, sondern sie scheinen auch heißbegehrt von unseren Zicklein.

Danke, da bin ich wohl lieber das Schaf.

 

Ich gebe es gut und gerne (und trocken) zu, ohne einen gewissen Alkoholpegel wäre es mir nicht möglich gewesen die Geschichte von Adam und Eva auf der Schweinfarm gebührend zu würdigen, aber der Konsum bunter, klarer Flüssigkeiten hat mir über meine schändliche Unkenntnis und den Abend (und die zwei Wochen) hinweggeholfen. Heiligabend ist so schon längst im Tal der Verbannung gelandet (Wein? Ach der sollte ins Essen?!), die Weihnachtstage schweben gesund und munter im Kosmos Vergangenheit. Doch ich hatte ein wundervolles Silvesterfest am Strand und konnte mit den süßesten und wichtigsten Menschen das neue Jahr begehen. Was übrigens durchaus kein einfacher Weg war: Zuvor musste ich mich noch durch einen ganzen Tag, vollgepackt mit vorpupertären kleinen Jungs schlagen (im wahrsten Sinne des Wortes übrigens. Erinnern wir uns zurück: Wie haben Jungs versucht den Mädchen ihrer Träume klarzumachen, dass sie auf sie stehen, ohne schriftliches Beweismaterial zu hinterlassen und ohne dass ihre Kumpels Wind davon kriegen und sie womöglich noch auslachen würden, schlimmer noch sie aus dem schulhofinternen Club der Mädchenresistenten und nur Fussballinteressierten Möchtegernmänner werfen könnten) Die Zeiten scheinen nicht vorbei. Immerhin ist es mir nun vergönnt, eine neue Art der  Lebensversicherung vorweisen zu können: Sollte mir in gut 20 Jahren noch immer der Mann fürs Leben fehlen, weiß ich wo ich eine soziale Stütze finde. Und eine ältere, entschuldigung, reifere Frau an der Seite eines 10 Jahre jüngeren Mannes ist ja heute auch kein Thema mehr. Brigitte sei Dank.

 

Zurück in Italien bin ich wieder das vorzeigbare, enthaltsam lebende Persönchen. Manchmal liebe ich die Rolle dieser zurückhaltend mädchenhaften jungen Frau regelrecht, denn im Grunde heißt das, sich jeden Tag aufs neue zu erfinden. Wüssten meine italienischen Gasteltern von meinem deutschen Lebenswandel - ich fürchte ich wäre fristlos entlassen Dafür ist dann halt der Urlaub da. Die Arbeit um sich endlich mal wieder richtig auszuschlafen! In diesem Sinne: Auf eine erholsame Zeit

1 Kommentar 5.1.08 20:18, kommentieren